Erfahrungsfeld der Sinne

Die Idee der Erfahrungsfelder zur Entfaltung der Sinne stammt von Hugo Kükelhaus (1900-1984). Der Soester Künstler, Pädagoge und Philosoph entwickelte das Konzept aufgrund der Erkenntnis, dass in unserer technisch-industriellen Zivilisation die Betonung des Intellekts zu einer Verarmung der Fähigkeit zur sinnlichen Wahrnehmung führt. Ein Ungleichgewicht der geistigen, physischen und seelischen Kräfte entsteht. Aber auch schon Aristoteles erkannte: „Es ist nichts im Verstand, was zuvor nicht in den Sinnen war“. Kükelhaus entwarf dementsprechend Stationen an denen die BesucherInnen ihre oftmals wenig geforderten und sogar ermüdeten Sinne spielerisch erfahren und wiederentdecken konnten. Er ging dabei, wie Rudolf Steiner, von mehr als den klassischen fünf Sinnen aus. Durch dosierte Sinneswahrnehmungen, ohne Reizüberflutung können sich die Sinnesorgane gesund entwickeln. Kükelhaus schreibt: „Die Entwicklung des Menschen wird von derjenigen Umwelt optimal gefördert, die eine Mannigfaltigkeit wohldosierter Reize gewährleistet (…) Die Vielgestaltigkeit der Umwelt ist Lebensbedingung.“ In den 30er Jahren entwickelte Kükelhaus Greiflinge zur Förderung der Sinne bei Kleinstkindern. Sie dienen heute noch als Vorbilder für Greifspielzeuge.